Das werde ich Dir nie verzeihen!

Das verzeihe ich Dir nie!

Lesezeit 6 Minuten

Hast Du den Satz schon mal gehört oder gesagt?
Oder auch nur gedacht?

Wenn er Dich trifft:

Angenommen er wurde Dir voller Wut entgegengeschleudert. Was ist Deine Option?
Ganz einfach:
Lass‘ das Problem beim Anderen.
Du kannst ihn bzw. seine Meinung nicht ändern.

Es ist seine Wahl, Dich in den Orkus der ewigen Verdammnis zu stoßen.
Sollte er (oder sie) fordern: „ … es sei denn, Du machst dies, das, Jenes …“ dann sei Dir gewahr, dass es astreine Manipulation ist. Und entscheide in voller Achtsamkeit, ob Du wirklich dieses Spiel mitspielen willst. (Einige hilfreiche Gedanken dazu findest Du in meinem Blogartikel: Abgrenzung lernen für gute Beziehungen )

Wenn Du sagst: „Das verzeihe ich Dir nie mehr!“

Kommen wir aber zum für Dich wichtigeren Fall.
Hast Du Dir schon mal gedacht: „Das verzeih‘ ich dem nie!!“ ?

Dann stößt Du Dich selber in den Orkus der ewigen Verdammnis.

Egal wie schlimm es war, was er oder sie Dir angetan haben. Egal wie mies, perfide, hinterlistig oder gemein. Wenn Du nicht selber entscheidest, dass Du dem Menschen verzeihst, der sich so verhalten hat, bindest Du ihn auf ewig mit Deinem Schmerz und Groll an Dich.

Immer wenn Du an diesen Mensch oder die entsprechende Situation denkst, gärt es in Dir. Ein paar stinkende Galle-Blasen treiben hoch, platzen und versauern Dir den Tag. Oder was glaubst Du, warum die nachtragendsten Menschen Magenprobleme haben? Zufall? Na ja …

Wenn Du in Dir den Schwur leistest: Das verzeihe ich nie, dann erschaffst Du Dir damit gleichzeitig einen Anker für Groll, Missgunst und Schmerz in Deinem Herzen.

Was geschehen ist, ist geschehen. Wir können es nicht wegdiskutieren, wegheilen oder wegignorieren. Was wir können:

Wir können verzeihen.

Verzeihen ist der größte Liebesakt Dir selber gegenüber, den Du tun kannst. Denn dieser Akt macht Dich frei. Du musst nicht länger daran fest halten, dass Dir weh getan wurde. Du musst Dich nicht länger daran erinnern, dass Du betrogen oder misshandelt wurdest. Du kannst nach vorne sehen. Frei. Mit fröhlichem Herzen.

Ich gebe Dir ein paar Beispiele, was Du heute, ja genau jetzt, verzeihen könntest:

– dass Deine Schwester immer mehr Aufmerksamkeit bekommen hat als Du
– dass Dein Bruder Dich über den Tisch gezogen hat
– dass Dein Vater Dich geschlagen hat
– dass Dein Chef jemanden anderen fördert
– dass Deine Freundin Dir damals den Freund ausgespannt hat
– dass Du nicht eingeladen wurdest
– dass Du nicht die Aufmerksamkeit (das Verständnis / die Liebe) von Deinem Partner bekommst, die Du gerne hättest
– dass Dein Kumpel ein Opportunist ist
– dass der gegnerische Fußballclub gewonnen hat
– dass Dein Mann / Deine Frau Dich verlassen hat
– dass Dein Kind keine gerechte Note in der Schule bekommen hat
– dass bestimmte Menschen über Dich lästern oder herziehen

und und und

Einige der Dinge in der Liste oben sind mir selber widerfahren und ich kann mir daher anmaßen zu behaupten:
Verzeihen macht frei.
Es tut gut.
Es schafft Raum.

Experiment zum Verzeihen:

Suche in Deinem Herzen nach einem Groll. Mit Sicherheit hat dieser Groll mit einem anderen Menschen zu tun. Der Natur gegenüber sind wir nicht nachtragend – interessant, nicht wahr?
Schau Dir an, was Dich grollen lässt? Warum bist Du sauer? Was nervt Dich beim bloßen dran Denken?
Und jetzt stell‘ Dir für einen Moment vor, der Mensch kommt Du Dir mit den Worten:
„Hey (setze Deinen Namen hier ein), es tut mir leid. Ich habe damals, in der Situation, über die Du gerade nachdenkst, Mist gebaut. Es war dumm, eitel, kurzsichtig. Bitte verzeih‘ mir.“

Und dann verzeih‘ ihm.

Von Herzen.
Sag innerlich: „Ja Du, das war Scheiße. Du hast Dich verhalten wir Karl Arsch. Es hat mir sehr weh getan und ich habe geschworen, ich werde Dir das nie verzeihen. Aber weißt Du, ich glaube, ich habe mir selber mit meinem Groll lange genug weh getan. Dies ist vorbei. Ich verzeihe Dir. Und ich verzeihe mir, dass ich mich selber damit so lange belastet habe.“

Atmen.

Ich weiß, ich weiß, ich höre bereits jetzt die Stimmen der Zweifler. Sie sagen zum Beispiel, dass man bestimmte Dinge einfach nie verzeihen könne. Wie z.B. wenn man als Kind missbraucht wurde. Sie fragen auch lautstark, wo wir denn da hinkämen, wenn man immer alles verzeihen würde. Dann wäre Polen offen und es ginge zu wie bei den Hottentotten.
Ganz ehrlich?
Wenn Du so denkst, auch nachdem Du Du Dir gerade etwas Zeit für das oben vorgeschlagene Experiment genommen hast und gefühlt hast, was es mit Deinem Herzen macht, dann sind wir auf einer ganz grundsätzlichen Ebene verschiedener Meinung.
Dann ist meine Lebensanschauung eine andere als Deine.

Meine Einladung lautet:

Probiere es aus. Auch mit den harten Brocken und den schlimmen Dingen.
Und wenn es dann nicht funktioniert, dann melde Dich bei mir. Aber bitte erst NACHDEM Du es probiert hast und es NICHT funktioniert hat.

Hoʻoponopono – Das Ritual der Aussöhnung und Vergebung

Es gibt die Geschichte eines Gefängnisdirektors, der vom Vergebungs-Ritual Ho‘oponopno gehört hatte.
Jeden Morgen machte er es mit jeder Akte seiner Häftlinge. Die Haftanstalt wandelte sich in einen friedlicheren Ort. Es gab weniger Gewalt, weniger Rückfälle und die Stimmung hob sich deutlich. Außenstehende konnten es sich nicht erklären. Er aber kannte die Ursache.
Was genau hatte er getan?

Er sprach die vier Sätze des hawaiianischen Aussöhnungsrituals. Er sprach sie von Herzen jeden Morgen, indem er die Akte eines jeden Insassen in die Hand nahm und so sprach, als stünde der Menschen selber vor ihm.

Er sagte über 60 Mal, jeden Morgen von Herzen:
Ich liebe dich.
Bitte vergib mir.
Es tut mir leid.
Danke.

Das Besondere daran ist wohl, dass nicht der Direktor darauf wartete, dass die Häftlinge sich einsichtig zeigten und selber um Verzeihung Ihrer Schandtaten baten. Nein.Vielmehr bat er um Vergebung. Nicht stellvertretend für sie. Er bat sie um Vergebung.

Mit beschriebenem Ergebnis.

Ich nutze das Ho‘oponopono als Mantra, wenn ich im Groll bin oder wenn ich körperliche Schmerzen habe. Dann bitte ich meinen Körper um Verzeihung, dass er jetzt Schmerzen haben muss. Es funktioniert. Es bringt Leichtigkeit hinein und Offenheit.

„Kann man denn auch Institutionen verzeihen, die für Massenmord verantwortlich sind?“ fragte mich neulich jemand in einem meiner Kurse. Meine Antwort darauf ist:

Ja.

Und je mehr Menschen vergeben, um so schneller wird das harte Feld von Schuld und Vorwurf weich. Um so schneller werden wir alle frei und können uns der Kreation von neuen Dingen zuwenden.

Ich bin dabei? Du auch?
Hinterlasse mir doch bitte einen Kommentar, wem Du heute vergeben hast.

Alles Gute,

Stefanie

 

Stefanie HeidtmannWer hier schreibt:

Stefanie, Mutter, Autorin, Mentorin hat selber schon viel Scheiß im Leben erlebt. Die Macht der Vergebung gefällt ihr ausnehmend gut. Außerdem passt das zu ihrem Gedächtnis, welches sowieso oft löchrig wie ein Sieb ist. Nun muss sie sich nicht mehr merken, auf wen sie sauer war und kann, genau wie ihre Kinder, mit offenem Herzen durch die Gegend laufen.
Werkzeuge, die bei solch einer Lebenseinstellung helfen, vermittelt sie auch in ihren Kursen und Coachings.
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4 Kommentare
  1. Sandra
    Sandra sagte:

    Liebe Stefanie,
    dieser Artikel und noch viel mehr von Dir hat mich heute frohlockend aus dem Bett hüpfen lassen. Gestern abend erst hatte ich mir überlegt, ob ich vielleicht mal ein Öl austeste, dass morgens in meiner Aufwachphase läuft und mir direkt den perfekten Start in den Tag beschert….ich hatte mir nämlich neulich mal dein Video (https://www.youtube.com/watch?v=_qpJIqlc6NA)
    angeguckt und auch wenn ich dachte:
    ist ja nicht so wirklich neu für mich, ist aber dennoch genau dieses Video hängengeblieben und hat zu diesem Impuls geführt mir mit genau dieser Intention für die frühe Aufwachphase ein Öl kinesiologisch auszutesten….und voila, der Start in den Tag war sowas von viel geilophantastischer!
    Danke also dafür ! Und als sei das noch nicht genug, hab ich nachdem dem ich dann richtig wach war, auch noch genau diesen Blog gelesen….und die Auswirkungen von dieser Besinnung haben doch tatsächlich heute 2 Menschen noch viel versöhnlicher miteinander sein lassen….als sie es schon geschafft hatten, nämlich mich und meine Mutter …
    Und all das, obwohl oder weil ich gerade wieder einen Gang runter schalte mit meiner Präsenz auf fb.
    Der Blog kam ja als Newsletter 😁🛌🎩❤️🤗💃🙏daher……
    also Besten Dank und herzliche Grüße aus der Eifel…..die nächsten Wochen läuft hier morgens in der Früh Dragon Time im Diffuser…..da muss ich wohl mit Drachenenergie verbunden gewesen sein 🤗😁🐉

    Antworten
    • Stefanie
      Stefanie sagte:

      Hey liebe Sandra,
      also was soll ich da antworten?? Danke für diese geballte Ladung Energie in Deiner Rückmeldung 🙂 🙂
      Das alleine ist es ja schon wert gewesen den Artikel zu schreiben.
      Meeeeega!
      Jaaa, die Drachenenergie in uns allen darf geweckt und genutzt werden.
      Alles Liebe und Gute für Dich,
      Stefanie

      Antworten
  2. Baukje
    Baukje sagte:

    Liebe Stefanie,
    Dein Blog hat mir mal wieder bewusst gemacht wie „ unbewusst“ wir oft Aussagen machen und dadurch etwas im Leben kreieren wobei wir gar nicht ahnen welche Konsequenzen das mit sich zieht!
    Besonders das sich ewig binden, mit dem „nie“, ( mit den betreffenden Personen und Gefühlen) , durch sämtlichen leben/ Realitäten/ Dimensionen, egal mit welchem Thema das nie ausgesprochen wurde, .. pffffffff…. das habe ich zwar „ gewusst“, aber es war anscheinend noch nicht „ bewusst“! Angekommen.
    Vielen Dank, es gab dadurch reichlich Gesprächsstoff in Bekanntenkreis!
    Ich drück dich, baukje

    Antworten
    • Stefanie
      Stefanie sagte:

      Hallo liebe Baujke,
      schön, dass ich Dir Impulse geben konnte! Und was ich besonders toll finde, dass Du das auch in Deinen Freundeskreis trägst. 🙂
      Danke für Deine Rückmeldung!
      Alles Liebe,
      Stefanie

      Antworten

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